Annett Sindulka. ← Alle Projekte

03 · idealo · Senior UX Designerin

Produktfindung: weniger Absprünge auf den Ergebnislisten

Die Ergebnislisten gehören zu den trafficstärksten Seiten von idealo. Ziel: die hohe Absprungrate auf der mobilen Webseite senken und Interaktion sowie Verweildauer nachhaltig steigern.

Rolle
Senior UX Designerin
Kunde
idealo
Plattform
Mobile Web, Ergebnislisten
Tools
Figma, Jira, Confluence, Sitespect
Die Ergebnisliste im Vergleich
Neue mobile Ergebnisliste: Filter, Preis, Produkttyp und Hersteller als sichtbare Leiste über den Produkten, Ab-Preise in den Kacheln
–10 %
Absprungrate durch optimierte Filter
–3 %
durch einen ruhigeren Einstieg
–5 %
durch „ab“-Preise in den Kacheln

Ausgangslage

Die Produktfindung ist ein wichtiger Teil der idealo Customer Journey. Auf den mobilen Ergebnislisten sprangen jedoch viele Nutzer:innen ab, bevor sie ein passendes Produkt gefunden hatten.

Die Analyse zeigte drei zentrale Pain Points – vom Einstieg über die Filter bis zu den Produktkacheln.

Pain Point 1
Unruhiger Einstieg

Der Bereich oberhalb der Ergebnisliste war unübersichtlich dargestellt.

Pain Point 2
Filter & Sortierung

Die Werkzeuge zum Eingrenzen wurden kaum genutzt.

Pain Point 3
Unklare Produktkacheln

Die Informationshierarchie erschwerte den schnellen Vergleich.

Meine Rolle

Ich war für das komplette UX Design verantwortlich – von der Recherche über Konzeption und Visualisierung bis zum Testen.

  • Nutzerzentriertes Konzept entwickeln
  • Wettbewerbsanalysen
  • Prototypen für Usertests und Präsentationen
  • Workshops vorbereiten und durchführen
  • Usertests und OnSite-Surveys mit UX Research
  • Testvarianten für A/B-Tests vorbereiten und analysieren
  • Priorisierung und Umsetzung mit der Produktentwicklung
  • Regelmäßige Präsentation von Zwischenständen

Prozess

  1. 1Kick-offVision und Ziele gemeinsam mit dem ganzen Team definiert.
  2. 2AnalysierenUmfassende Wettbewerbsanalyse, Ist-Zustand und Kennzahlen bestehender Features.
  3. 3FokussierenFeste Fokuszeiten im Team für mehr Tempo und effizientere Entscheidungen.
  4. 4Konzipieren & prototypenKonzepte in Workshops entwickelt und als Prototypen für Tests aufbereitet.
  5. 5TestenQualitative Usertests und OnSite-Surveys plus kontinuierliche A/B-Tests der Varianten.
  6. 6UmsetzenGewinner-Varianten mit der Produktentwicklung priorisiert und ausgerollt.

Was sich verändert hat

Von der Analyse im Teamraum über getestete Varianten bis zur neuen Ergebnisliste.

A Analyse sichtbar machen

Jedes Element der Ergebnisliste wurde hinterfragt und mit Nutzungsdaten belegt – etwa, dass nur 0,4 % der Sessions die Listenansicht nutzen und 86 % der Sortierungen nach dem günstigsten Preis erfolgen. Ausgedruckt im Teamraum wurden Unterschiede und Pain Points für alle greifbar.

ANALYSE DER ERGEBNISLISTE MIT NUTZUNGSDATEN
Alte mobile Ergebnisliste mit Anmerkungen: Breadcrumb kürzen, lange Überschriften, Nutzung der Listenansicht (0,4 % der Sessions), Sortierfunktion (7 % der Sessions, davon 86 % günstigster Preis), zweizeilige Tags
WAND IM TEAMRAUM
Wand mit ausgedruckten Screens im Teamraum

B Varianten testen

In mehreren Iterationen liefen Varianten für sichtbare TopFilter und die Sortierung der Filterwerte gegeneinander im A/B-Test. Variante D überzeugte: +10,4 % Filterklicks und eine um 6,8 % höhere Conversion der Filter-Nutzer. Langfristig entschieden wir uns im Team trotzdem für die moderne und mittlerweile gelernte Variante C.

TOPFILTER · 2. ITERATION · JE KATEGORIE EIN FILTER, NUR SMARTPHONE
TopFilter 2. Iteration: vier Varianten für sichtbare Filter direkt über der Ergebnisliste auf dem Smartphone
FILTERSORTIERUNG TOP 5 · VARIANTE A UND B
Filtersortierung Top 5: Variante A als Kontrollgruppe mit Akkordeon-Filtern, Variante B mit Top-5-Werten als Chips
FILTERSORTIERUNG TOP 5 · VARIANTE C UND D
Filtersortierung Top 5: Variante C mit Buttons, Variante D mit Checkbox-Listen
ERGEBNISSE DES A/B-TESTS · SMARTPHONE
Testergebnisse: Variante D mit den meisten Filterklicks (+10,4 %) und höherer Conversion der Filter-Nutzer (+6,8 %)

C Filter direkt am Produkt

Die Filter wandern aus einem versteckten Icon in eine sichtbare Leiste über der Liste, Preisspannen weichen „ab“-Preisen. Der Einstieg wird ruhiger, die Kacheln vergleichbarer.

VORHER
Alte mobile Ergebnisliste
NACHHER
Neue mobile Ergebnisliste mit Filterleiste
Ergebnis

Nutzer:innen bleiben länger, scrollen mehr und springen seltener ab.

Optimierte Filter steigerten die Verweildauer und senkten die Absprungrate um bis zu 10 %. Ein ruhigerer Einstieg brachte weitere rund 3 % – Heatmaps zeigten, dass Nutzer:innen vermehrt scrollen. „Ab“-Preise statt Preisspannen verbesserten die Absprungrate um 5 %.

Learning

A/B-Tests zeigen, ob eine Idee ankommt – aber nicht, warum. Erst qualitative Tests plus quantitative Daten ergeben ein ganzheitliches Bild der Nutzerbedürfnisse.

–10 %
Absprungrate durch Filter
–3 %
durch ruhigeren Einstieg
–5 %
durch „ab“-Preise
Nächstes Projekt · 04 FreelanceRedesign Frauenarztpraxis Weiter →